blockierte Kreuzung am Bertha-von-Suttnerplatz, Bonn

Bonner (Rad-) Verkehrsnews September 26

In diesem Artikel tragen wir zusammen, was sich aktuell beim Thema Mobilität und Fahrradverkehr in Bonn tut. Er wird laufend aktualisiert.

29.09.26 In der Professor-Neu-Allee in Beuel ist auf dem Stück vor der Kennedybrücke jetzt der Radschutzstreifen rot markiert. Es ist ein Versuch, die Radführung sichtbarer zu machen. Gut, dass auch so etwas momentan zügig umgesetzt wird. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Autofahrer*innen den Streifen frei lassen. Wichtig wäre auch, das Radfahrer*innen nicht weiter den Gehweg befahren und dort die Fußgänger*innen und Anwohnende gefährden.

28.09.26 Die Sperrung der Adenauerallee für den Radverkehr, die in keiner Form durch die aktuellen Verkehrszahlen begründbar ist, ist weitgehend umgesetzt. Die Ausführung kann man nur mit Kopfschütteln kommentieren. Die gelben Markierungen lenken die Radfahrenden in den Gegenverkehr (von Weberstraße Richtung Innenstadt) gegen parkende Autos (Erste Fährgasse) oder auf den gesperrte Straßenabschnitt (Zweite Fährgasse Richtung Bundeskanzlerplatz). Vor dem Koblenzer Tor scheinen sich die „Fachleute“ noch nicht einig zu sein. Hier leitet aktuell die Autospur direkt auf die Radspur, die von Autos nicht befahren werden darf. Das alles sieht nach fehlendem Fachverstand für die Regelungen des Radverkehrs aus. Es ist ärgerlich und gefährlich.

25.09.26 Jetzt wurde auch die Kreuzung des Bröltalradwegs mit der Rheindorfer Straße deutlicher markiert. Im Zuge der Sperrung der St.-Augustiner-Straße hat die Task Force beschlossen, den Radweg an der Kreuzung Vorrang zu gewähren. Mit der neuen Markierung wird die Sichtbarkeit des Radwegs verbessert.

24.09.26 Der Rat der Stadt Bonn hat in der heutigen Sitzung den nächsten Schritt bei der Planung der neuen Rad- und Fußverkehrsbrücke zwischen Immenburgstraße und der Thomastraße beschlossen. Damit könnte die Brücke in der Sperrpause der Bahn im Frühjahr 2028 gebaut werden. Sie wird Teil einer Verbindung aus der Nordstadt über das Innovationsdreieck und über eine neue Brücke über die Autobahn zum neuen Universitätscampus.

18.09.26 Im Ratsinformationssystem der Stadt ist eine Skizze der Rampe auf die Nordbrücke zu sehen. Sie soll direkt neben dem Leinpfad gebaut werden. Vorgesehen ist ein fast quadratischer Rampenturm mit ca. 20 m Kantenlänge, einer Wegbreite von 4 m und einer Steigung von 6 – 7%. Ein Stück weiter westlich ist ein zusätzlicher Treppenturm (6 x 6 m), der mit gut 60 Stufen die knapp 16 m Höhe überwindet.

18.09.26 Ab morgen soll das Radfahren auf der Oxfordstraße zwischen Sterntorbrücke und Wilhelmstraße wieder erlaubt sein. Die Stadt baut die Mittelinsel um und verändert den Linksabbieger in die Wilhelmstraße. Damit können zwei Autospuren und ein sogenannter Radschutzstreifen auf der rechten Spur realisiert werden. Die Umleitung auf dem Weg von der Altstadt in Richtung Brücke durch die Fußgängerzone ist damit hinfällig. Freuen können wir uns trotzdem nicht, weil der Streifen keinen Schutz bietet und die Strecke viele Stunden am Tag durch die Autos, die sich auf eine Spur einfädeln müssen, zugestaut ist.

Foto: Sascha Engst / Bundesstadt Bonn

15.09.26 „Der notwendige Umbau auf der Kennedybrücke, um die Stadtbahn-Gleise für Linienbusse freigeben zu können, kann nicht wie ursprünglich angestrebt ab 20. September beginnen. Start der erforderlichen Umbauarbeiten wird frühestens nach den Herbstferien sein.“ Dies meldet die Stadt heute in einer Pressmitteilung. Grund für die Verzögerung sind fehlenden wirtschaftliche Angebote für die Baumaßnahmen. Daher muss das Vergabeverfahren erneut durchgeführt werden.

15.09.26 Laut General-Anzeiger verzögert sich die Wiedereröffnung des Bröltalwegs weiter. In der heutigen Printausgabe: „Nach dem angekündigten Abschluss der S13-Bauarbeiten der Deutschen Bahn im Bereich des Platanenwegs und des Siebenmorgenwegs steht dem Radverkehr ab Mitte Oktober damit wieder eine durchgehende Verbindung zwischen der Siegburger Straße und dem Rhein zur Verfügung.“

14.09.26 Laut Pressemeldung der Stadt Bonn soll der Radschutzstreifen auf der Professor-Neu-Allee in Fahrtrichtung Brücke in Kürze rot eingefärbt werden. Damit soll das Befahren der Radspur durch Autos möglichst vermieden werden. Aktuell gibt es dort im Autostau oft Konflikte, weil Radfahrende nur schlecht oder gar nicht rechts am Stau vorbeifahren können. Deswegen weichen einige Radfahrende auf dem Gehweg aus, was zu gefährlichen Situationen für die Anwohnenden sowie Fußgängerinnen und Fußgängern führt.

14.09.26 Die Verwaltung kündigt an, in Kürze die Verkehrsinsel am Brückenkopf an der Hermannstraße zu erweitern, um mehr Aufstellfläche für Radfahrende zu schaffen. Dafür soll die Fläche in die Hermannstraße hinein verlängert werden. Die Arbeiten sollen nachts stattfinden, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern.

14.09.26 Heute haben die Arbeiten für die Ummarkierung der Adenauerallee begonnen. Damit gehören die sicheren Radspuren der Vergangenheit an und die CDU hat ihr Wahlversprechen wahrgemacht.

11.09.26 Im Gegensatz zur Mitteilungsvorlage für den Mobilitätsausschuss (siehe Information unten vom 02.09.) teilt die Stadtverwaltung heute mit, den Linksabbieger von der Oxfordstraße Richtung Florentiusgraben doch versuchsweise zu sperren.

10.09.26 Die Stadtverwaltung kündigt in Pressemeldungen an, dass jetzt sowohl die Aufträge für die Markierung der Adenauerallee, und damit der Wegfall der sicheren Radspuren, als auch für die Entfernung der Kantsteine auf der Kennedybrücke, damit anschließend die Busse über die Gleise fahren können, vergeben werden sollen. Die Arbeiten für beides sollen schon innerhalb gut einer Woche beginnen. Es ist spannend zu sehen, ob so kurzfristig Firmen gefunden werden und wie die Auftragsvergaben bei gleichzeitiger Haushaltssperre begründet werden.
Unklar ist in unseren Augen, wie die Busse auf der Bonner Seite auf die Bahntrasse geführt werden. Schon jetzt ist der Spurwechsel der Busse von der Haltestelle Bertha-v.-Suttner-Platz Richtung Brücke insbesondere für Radfahrende extrem gefährlich. Zukünftig müssen die Busse noch eine Spur weiter nach links, durch den gesamten Autoverkehr, wechseln. Auch von der Brücke kommend müssen die Busse dann über die oftmals zugestellte Kreuzung und durch den Verkehr Richtung Oxfordstraße wechseln. Auch das wird kaum konfliktfrei möglich sein. Wir sind gespannt, was sich die Task Force dazu hat einfallen lassen.

07.09.26 In seiner heutigen Ausgabe analysiert der General-Anzeiger die städtischen Zahlen für den Schwerlastverkehr. Dieser ist auf der Oxfordstraße zwischen März und Juni um 66 % von 986 (davon wahrscheinlich ca. 500 – 600 Busse) auf 1.633 Fahrzeuge pro Tag gestiegen. In der Kölnstraße beträgt das Plus 45 % (von 629 auf 912), in der Römerstraße plus 68% (von 436 auf 732) und auf der St.-Augustiner-Straße plus 158 % (von 487 auf 1.258). Spannend an der Analyse ist auch der Vergleich mit dem Mai, als die Nordbrücke zwar für den Schwerlastverkehr, nicht aber für Pkws gesperrt war. Zu diesem Zeitpunkt waren die Staus in der Stadt noch nicht so intensiv, was viel Lkws dazu gebracht hat, durch die Stadt auszuweichen. 924 Lkw sind auf der Kölnstraße, 942 auf der Römerstraße und 1.985 Lkws auf der St.-Augusteiner-Straße gezählt worden. Das ist deutlich mehr, als im Juni. Durch die jetzige Stausituation ist es für den Schwerlastverkehr scheinbar attraktiver, weiträumige Umleitungen zu nutzen und Bonn zu meiden. Leider liegen keine Zahlen für die Reuterstraße vor. Möglich ist auch, dass sich der Schwerlastverkehr aus der Innenstadt seit Juni zu Teilen dorthin verlagert hat.

02.09.26 In einer Mitteilungsvorlage für den Mobilitätsausschuss am 15.09.26 teilt die Task Force mit, den Linksabbieger vor dem Stadthaus vorerst nicht zu sperren. Der Ratsbeschluss vom 13.07.26 wird bezüglich des Linksabbiegers von der Oxfordstraße Richtung Florentiusgraben vorerst nicht umgesetzt. Die Abbiegemöglichkeit wird oft für einen U-Turn von Fahrzeugen, die aus der Wilhelmstraße gekommen sind, in Richtung Kennedybrücke genutzt. Nach unseren Beobachtungen wird hier häufig der Straßenbahn-, Auto-, Rad- und Fußverkehr von Linksabbiegenden blockiert. Interessant ist, dass die Verwaltung mitteilt, einen Ratsbeschluss nicht auszuführen (dürfen die das?).

01.09.26 General-Anzeiger (Printausgabe) zum Bröltalbahnweg:
„Wie die Deutsche Bahn auf GA-Anfrage mitteilt, wird der Bröltalbahnweg nach derzeitigem Planungsstand bis spätestens Ende September wieder geöffnet.“ Weitere Infos in unseren aktualisierten Artikel.

01.09.26 Mit 465.351 Brückenüberquerungen im August 2026 weisen die Fahrradzählstellen „nur“ 6% mehr Radverkehr als 2025 aus. Grund für den geringeren Zuwachs als im Vormonat sind die späteren Sommerferien in diesem Jahr. Auf der Südbrücke wurden 10% auf der Kennedybrücke 29% mehr Radfahrende gezählt. 100% weniger als im Vorjahr hat natürlich die Nordbrücke.
In der Summe sind in den Sommerferientagen 2026 706.691 Brückenüberquerungen von den Fahrradzählstellen registriert worden. Das sind 18% mehr als in den Sommerferien 2025 (598.715).

01.09.26 Wie vor Kurzem angekündigt, hat die Verwaltung heute Teile der Radspurmarkierungen auf der Oxfordstraße abfräsen lassen. Der OB beteuert weiterhin, dass die Änderungen nur vorläufig sind. Die roten Markierungen wurden entfernt, um die Markierungen verständlicher zu machen. Die entstandenen Kanten sind jetzt eine zusätzliche gefährdung der Radfahrenden.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Ummarkierungsarbeiten auf der Adenauerallee Mitte September beginnen. Dort soll der Fahrradstreifen entfallen und jeweils zwei Autospuren pro Richtung provisorisch markiert werden. In der ersten Ausschreibung konnte keine qualifizierte Firma gefunden werden. Wir halten diese Maßnahme für unnötig und rechtlich zweifelhaft. Mehrere Bürgerinnen und Bürger, sowie der ADFC, werden dagegen klagen.

Die Wiedereröffnung der Nordbrücke für einen Teil des Verkehrs wird wahrscheinlich doch nicht mehr in diesem Sommer stattfinden. Ursprünglich war gewollt, die provisorische Auffahrt für den Rad- und Fußverkehr noch im Sommer fertigzustellen. Es mussten aber noch Vereinbarungen mit den betroffenen Grundstückseignern getroffen werden, was die Sache verzögerte. Nach unseren Informationen ist geplant, einen Aufgang in eckiger Form als schnellste Variante zu realisieren und anschließend noch eine gerade Rampe zu ergänzen. Einen genauen Termin konnten wir noch nicht erfahren.

27.08.26 Pressemeldung der Stadt Bonn zu weiteren Verkehrsmaßnahmen: Nach der Freigabe durch die Technische Aufsichtsbehörde sollen in Kürze die Kantensteine auf der Kennedybrücke versetzt werden, so dass die Busse zukünftig auf den Straßenbahngleisen am Stau vorbei über die Brücke fahren können.
Gleichzeitig wurde angekündigt, die Sperrung für den Radverkehr auf der Oxfordstraße zwischen Sterntorbrücke und Wilhelmstraße aufzuheben und in diesem Abschnitt einen Radschutzstreifen zu markieren. Die Überprüfung, ob man auf einer solch vielgenutzten Fahrradverbindung den Radverkehr verbieten darf, ist Teil der Klage für die Radspuren.

Kommentare

2 Kommentare zu „Bonner (Rad-) Verkehrsnews September 26“

  1. Avatar von Sebastian
    Sebastian

    Heute bin ich die Adenauer-Allee in beide Richtungen gefahren. Ein Abbild der verkehrspolitischen Irrwege:

    Radspur (Benutzungspflicht), Radschutzstreifen, Radfahren verboten, alles im Wechsel und vermischt mit Markierungen am Boden und Schildern am Rand. Alles total widersprüchlich und so schlampig umgesetzt wie beschlossen.

    Stadteinwärts trotz vier Spuren für Autos: Stau vor Koblenzer Tor. Radschutzstreifen nicht befahrbar. Dann wieder Radspur vor Koblenzer Tor der mit Autos blockiert ist. Ausweichen über Gehweg.

  2. Avatar von Björn
    Björn

    Der aktuelle Verkehrsstress gefährdet die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Ich sehe Autos entgegen der Einbahnstraße, auf Radwegen, hupend und schneidend.
    Autos so durchgehend rechtsbündig auf dem Radschutzstreifen gestaut, dass die Fahrräder trotz Gegenverkehr gemütlich links vorbei fahren konnten.
    Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wünsche ich mir verstärkte Kontrollen der Polizei. Die StVo ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Vorschrift und sinnvoll zum gemeinsamen miteinander.

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