Schlagwort: Brückensperrung

  • Ulrike klagt für die Stadt als Lebensraum

    Ulrike klagt für die Stadt als Lebensraum

    Als die Nordbrücke am 3. Juni plötzlich komplett gesperrt wird, ist Urike auf dem Weg von Frankfurt zurück nach Bonn. Von einer Freundin erhält sie die Nachricht, dass die Brücke zu ist, und kann sich noch nichts darunter vorstellen. Die Anweisungen ihres Navis entlocken ihr nur ein Kopfschütteln. Sie weicht vom geplanten Weg ab und nimmt die Fähre über den Rhein. Zu Hause ist sie allerdingst erst 2 ½ Stunden später. 

    Diese Zeit reicht, um ihr klarzumachen, dass sie umplanen muss. Als Referentin in der Polizeiausbildung liegt ihr Arbeitsplatz 55 km entfernt im oberbergischen Land. Mit Bus und Bahn kommt sie dort nicht hin. Normalerweise fährt sie mit ihrem Auto von der Wohnung in der Nordstadt über die Nordbrücke und weiter nach Osten. Relativ schnell ist ihr klar, dass das Auto zukünftig nicht mehr vor ihrer Haustüre stehen wird. Es steht seitdem bei einer Bekannten in Villich-Müldorf, wo sie tagsüber ihr E-Bike sicher unterstellen kann. Seitdem fährt sie mit dem Rad über die Oxfordstraße und Kennedybrücke und dann mit dem Auto weiter zur Arbeit.

    In Bonn kann sie fast alles mit dem Rad erledigen, erklärt sie. Aber es wird – nicht erst seit der Brückensperrung – immer schwieriger. Der Verkehr wird mehr, die Autos kontinuierlich größer und Egoismus und Rücksichtlosigkeit nehmen zu. Sie fragt sich, warum man nicht die Chance nutzt und gerade in dieser Situation versucht, die Alternativen zum Auto zu stärken. Stattdessen werden wichtige Radspuren dem Autoverkehr geopfert. Das Primat des Autos hält sie für schädlich für unsere Städte. Hier wollen Menschen leben und sollen Raum haben. Sie verweist auf die Kölnstraße, die in ihrer direkten Nachbarschaft ist, und spricht von einer Zumutung für die Menschen dort. Der Verkehr sei unerträglich geworden und mit dem Rad stehe man hier nur vor zugestellten Schutzstreifen und blockierten Wegen.

    Den Ansatz der Task Force, über mehr Spuren noch mehr Autos durch die Stadt zu schleusen lehnt sie ab. Die Radspuren auf den wichtigen Verbindungen durch die Innenstadt wegzunehmen und bestimmte Strecken komplett für den Radverkehr zu schließen, hält sie für rechtswidrig. Die Umleitung über den Friedensplatz sei völlig unpraktikabel und an vielen Stellen gefährlich. Daher hat Ulrike sich entschieden zu klagen und über den Radentscheid und den ADFC Kontakt zu anderen Klagenden gefunden. Für Ulrike geht die Verkehrspolitik der aktuellen Stadtspitze in die völlig falsche Richtung. Sie gefährde Verkehrsteilnehmer wie sie, die ihre Mobilität umstellen mussten. Überhaupt sollte überlegt werden, wer wirklich in die Stadt hineinfahren muss. Andere Städte bieten so viele gute Beispiele, wie man Auto, Rad und ÖPNV verbinden kann, damit nicht alle mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Mit der Klage hofft sie, die autozentrierte Verkehrspolitik zumindest an dieser für sie so wichtigen Stelle ausbremsen zu können. „Unsere Städte sollen Lebensraum bleiben und nicht nur für den Autoverkehr optimiert werden.“ sagt sie am Ende des Gesprächs.

  • Fr. 11.09.26 Demonstration für Radspuren und -wege

    Fr. 11.09.26 Demonstration für Radspuren und -wege

    Gemeinsam mit ADFC, VCD und Fuß e.V. rufen wir zu dieser wichtigen Fahrraddemo auf. Kommt zahlreich, denn nur so werden wir sichtbar machen, wie viele Menschen betroffen sind. Wir starten am Freitag, 11.09.26, um 18:00 Uhr am Hofgarten und wollen mit dem Rad über die Adenauerallee und die Oxfordstraße fahren. Ziel ist der Münsterplatz, wo wir gegen 19:00 Uhr die Abschlusskundgebung planen. Wer nicht mit dem Rad unterwegs ist und uns unterstützen will, kommt gerne um 18:45 Uhr auf den Münsterplatz. Mit dieser Demo wollen wir unserer Forderung nach sicheren Radspuren gerade auf diesen beiden Hauptachsen Nachdruck verleihen.

    Die Oxfordstraße ist eine wichtige Fahrradroute

    Die Oxfordstraße ist eine wichtige Verbindungsstrecke, die nach einer Zählung der Stadt von über 6.000 Radfahrenden am Tag genutzt wird. Den Radverkehr hier durch Autostau und Schwerlastverkehr auszubremsen, ist gefährlich und kontraproduktiv. Fast jeder, der das Rad wieder stehen lässt, wird anschließend mit seinem Auto den Verkehr zusätzlich belasten.

    Mehr Autospuren lösen kein Problem auf der Adenauerallee

    Auf der Adenauerallee weisen die Zahlen der Stadt nach der Brückensperrung eine über 80% Steigerung des Radverkehrs aus. Im gleichen Zeitraum hat der Autoverkehr auf dieser Strecke nur um 5 % zugenommen. Jetzt die Radspuren zu entfernen ist ein reines Politikum. Guido Déus und die CDU haben im Wahlkampf versprochen die Adenauerallee wieder vierspurig für den Autoverkehr zu machen. Mit dem Argument der Verkehrsprobleme durch die Nordbrücke soll das jetzt schnell umgesetzt werden. Eine Notwendigkeit gibt es nicht. Vielmehr ist in unseren Augen klar, dass das Nadelöhr Koblenzer Tor und die viel belastete Kreuzung am Bertha-von-Suttnerplatz den Autoverkehr auf der Adenauerallee limitieren.

    Unsere Forderungen:

    • Die Rad- und Umweltspuren auf der Oxfordstraße müssen wiederhergestellt werden!
    • Hände weg von den Radspuren auf der Adenauerallee! Wir haben die Nase voll von dem politischen Hick-hack ohne verkehrstechnische Evidenz.
    • Konsequenter, zügiger Ausbau sicherer Fahrradwege und -straßen insbesondere auf den Hauptstrecken und Velorouten. Bonn braucht in diesem Verkehrschaos das Fahrrad als schnelle und zuverlässige Alternative.
    • Zügige Verbesserungen beim ÖPNV. Bonn braucht zuverlässige und möglichst wenig staubelastete Busse und Bahnen.
    • Geh- und Radwegen, Kreuzungen und Überwegen müssen gerade bei Stau freigehalten werden! Davon profitieren alle Verkehrsarten.
    • Kein Transitverkehr durch die Bonner und Godesberger Innenstadt! Unsere Stadt muss für uns alle funktionieren und darf durch den Autoverkehr ihren lebenswerten Charakter nicht verlieren.
    • Oberbürgermeister und Ratsfraktionen: Nutzt die veränderten Verkehrsbedingungen, um Mobilität neu zu gestalten! Verkehre können verlagert werden. Die notwendigen Fahrten können reduziert werden.

    Uns geht es nicht um ein einseitiges Wunschkonzert. Wir kämpfen für eine Verkehrslösung, die alle Chancen und Belange im Blick hält, neu bewertet und nicht alten Reflexen folgt. Es gibt weltweit viele gute Beispiele dafür. Rad- Fuß- und öffentlicher Verkehr sind dabei wichtige Teile einer menschenfreundlichen Lösung von der alle profitieren.