Ich unterstütze den Radentscheid, weil mein Mann ein leidenschaftlicher Radfahrer war. Mit 46 Jahren ist er im Frühjahr 2019 auf einer längeren Rennradtour von einem Auto von hinten überfahren worden – mein Mann, der jahrelang bei jedem Wind und Wetter mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstelle von Bonn nach Brühl gependelt ist, der unzählige Rennradtouren mit Vereins- und nicht-Vereinsfreunden genossen hat, der hunderte MTB-Touren durchs Siebengebirge und weiter gefahren ist und fast alles in der Stadt mit dem Fahrrad erledigt hat.

Er war tief davon überzeugt, dass Veränderungen und Verbesserungen der Radstrukturen in Bonn und zwischen Bonn und Köln nicht nur notwendig, sondern auch möglich sind. Daher hat er sich immer aktiver bei den wachsenden Bewegungen vieler Radpendler, Stadtradler und Radsportler engagiert. Er erlebte mit Begeisterung, wie immer mehr Menschen an den monatlichen Critical-Mass-Ausfahrten durch die Stadt teilgenommen haben und war sofort dabei, aktiv Unterschriften für die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad im 2018 und Anfang 2019 zu sammeln. Somit wurden (und werden) Forderungen auf Kommunal- und Länderebenen immer deutlicher und konkreter!
Die Position meines Mannes ist auch genau meine Position: Durch Radfahren tun wir so viel richtig Gutes für unsere Gesundheit und für unser Klima. Die Initiative des Radentscheids – die Forderung nach umfassendere Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden – war ebenfalls schon lange ein besonders starkes persönliches Anliegen meines Mannes. So manche brenzlige Situation, die er auf den Straßen auf dem Weg zur Arbeit erlebt hatte, hat ihn vor ein paar Jahren dazu bewegt, ein Gravelbike anzulegen, damit er auf Feld(um-)wege ausweichen konnte. Wir (mein Mann, unsere älteste Tochter und ich) waren auch dabei, als im Jahre 2013 eine Schweigeausfahrt zum Ghostbike am Verteilerkreis in der Nähe des Bonner Bogens gemacht wurde.
Somit steht meine Unterstützung der Initiative Radentscheid heute auch in seinem Namen: Frank Mödinger.

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